„Die Autoren der berühmtesten Comic-Figur Superman stammten aus Familien, die damals aus Europa in die USA geflohen sind. Der kreierte Held kam auf die Erde ebenfalls von einem anderen Planet“, erzählt Susanne Flimm von der Lippert-Schmitz Stiftung bei einer Führung im Comic-Haus in Köln. Ihr lauschen 13 Kinder, deren Familien ihre Heimatsländer auch verlassen mussten.

Dieser Gedanke und die Parallele zwischen der Comic-Welt und den Schicksalen von vielen Flüchtlingen hat die Henner Will Stiftung und die Lippert-Schmitz Stiftung  in 2019 auf die Idee gebracht, eine Führung im Comic-Haus für Flüchtlingskinder zu organisieren. Das Ziel des Ausfluges ist zum Einen die Kinder in die spannende Comic-Kultur einzuführen, so dass sie neue interessante Geschichten lernen können, zum Anderen aber die Kinder zu inspirieren und zu motivieren, nach vorne zu schauen und sich nicht entmutigen zu lassen. Die Comic-Helden helfen dabei den Kleinen als Vorbilder, ihr Selbstvertauen zu stärken.

An der Führung haben überwiegend Kinder aus Albanien, Mazedonien, Serbien und dem Iran teilgenommen, die erst seit Kurzem in Deutschland sind. Dementsprechend konnten sie entweder nur ein bisschen oder gar kein Deutsch sprechen. Dies stellte Frau Flimm vor Herausforderung, die sie aber großartig gemeistert hat: Sie hat die Führung in Französisch gemacht, denn einer der Jungen zwar aus Albanien kommt, aber perfekt Französisch spricht. Der kleine Held hat die ganze Führung für seine Landsleute ins Albanische gedolmetscht. Alle ehrenamtlichen Begleiter waren davon schwer beeindruckt. So wird die interkulturelle Verständigung und Zusammenhalt wortwörtlich gelebt.

Alle Kinder haben sehr aufmerksam zugehört und dann mit Begeisterung die Ausstellung im Comic-Haus angeschaut. „Das ist die erste Gruppe, die ohne Handys bei der Führung mitmacht und entsprechend voll und ganz dabei ist“, sagt Susanne Flimm. Und so haben Kinder viel mehr von der Führung mitbekommen und mitgenommen.

In 2020 wollten wir die Führungen weiter anbieten und mit einem Workshop kombinieren, in dem Kinder lernen, selbst ihre Comic-Geschichten zu entwickeln und umzusetzen. Wegen Corona-Pandemie konnten wir dieses Vorhaben in 2020 nicht umsetzen, haben aber fest vor, dieses Projekt fortzusetzen, sobald sich die Situation entspannt hat.